In Europa steigen Temperaturen und Besorgnis

Das momentane Herbstwetter mag den Gedanken an die globale Erwärmung zwar kurzfristig in den Hintergrund stellen und doch gewinnt das Thema immer mehr an Aufmerksamkeit. Es ist schlichtweg nicht zu ignorieren, dass sich die Sommertemperaturen in Europa 1,6- bis 1,8-mal schneller erwärmen als das restliche Weltklima(1). Dass die Frostperioden, wie in Frankreich, von Winter zu Winter um drei bis fünf Tage kürzer werden. Dass die Gletscher schmelzen und sogar ganz verschwinden wie der Calderone im italienischen Apennin im Juli dieses Jahres. Dass das Klima immer trockener wird und dem Süden Europas inzwischen das Wasser ausgeht. Und schließlich lässt sich nicht einfach abtun, dass der sich Trend wahrscheinlich verstärken wird, sodass beispielsweise in dreißig Jahren, die Winter in Deutschland um etwa drei Grad milder werden(2) und die Sommer in Italien sogar rund 5 Grad heißer(3)!

Die Öffentlichkeit ist sich dieser Entwicklung bewusst und man informiert sich. „Die Menschen werden den Klimawandel schon noch eine Weile überleben. Aber eben nicht alle“, schreibt ein deutsches Onlinemagazin über Twitter. Ob aus Deutschland, Italien, dem Süden oder dem Norden, die Europäer wollen mehr über das Ausmaß und die heutigen sowie die möglichen zukünftigen Folgen des Klimawandels wissen. In Frankreich kommt das Thema der globalen Erwärmung in mehr als 40% aller Twitter-Botschaften zum Klimawandel vor. Das Umweltministerium in Deutschland bekräftigt, „dass die globale Erwärmung keine abstrakte Bedrohung sei, sondern seit langem Realität!“

In der öffentlichen Meinung gilt der Klimawandel größtenteils als unbestritten, auch wenn Prioritäten unterschiedlich gesetzt werden. In Deutschland, wo seit Monaten der Skandal um die Manipulation der Abgaswerte von Dieselmotoren vorherrscht, aber auch in Italien und Frankreich, sorgt man sich vor allem um die Auswirkungen von Umweltverschmutzung. Das Thema wird in 29%, 20% beziehungsweise 16% der Meldungen zum Klimawandel diskutiert. In den Niederlanden hingegen dominiert das Thema Nachhaltigkeit mit 51%. In allen vier Ländern ist man davon überzeugt, dass der globalen Erwärmung durch Fokus auf die Entwicklung von erneuerbaren Energien (Sonne und Wind) entgegengewirkt werden kann. Dieser Ansatz wird in über 36% aller Twitter-Meldungen zum Klimawandel debattiert.